Kreuzkümmel oder Cumin
Kreuzkümmel (Cuminum cyminum), auch Mutterkümmel, weißer Kümmel, römischer Kümmel, welscher Kümmel, Kumin oder Cumin ist ein Gewürz aus getrockneten (und ggf. gemahlenen) Früchten eines asiatischen Doldenblütengewächses.
Die Bezeichnung als „Kreuzkümmel“ leitet sich aus dem kreuzförmigen Blattstand der Pflanze einerseits und einem dem Kümmelsamen sehr ähnlichen Aussehen der getrockneten Früchte andererseits ab.
Die einjährige Kreuzkümmelpflanze stammt aus dem Vorderen Orient und aus Indien. Kreuzkümmel (lateinische Bezeichnung Cuminum cyminum), ist zwar verwandt mit dem heimischen Kümmel, hat aber einen gänzlich anderen Geschmack und wird auch in anderen Gerichten eingesetzt.
Verwechslungen
Kreuzkümmel wird immer wieder mit Kümmel verwechselt, auch wegen in der in einigen Sprachen ähnlichen oder sich überschneidenden landessprachlichen Namen beider Gewürze. Allerdings führen solche Verwechslungen zu Überraschungen oder herben Enttäuschungen, da beide Gewürze - Cumin und Kümmel - sehr unterschiedlich schmecken.
Nicht eben erleichtert wird die Sache dadurch, daß ein weiteres Gewürz, nämlich Kala Jeera, auch als "schwarzer Kreuzkümmel" bezeichnet wird.
Würzen mit Kreuzkümmel (Cumin)
Kreuzkümmel hat einen intensiven, unverwechselbaren Geschmack, der von dem ätherischen Öl Cuminal (p-Isopropyl-benzaldehyd) dominiert wird. Der Geschmack von Kumin ändert sich deutlich durch die Hitze beim Braten und Kochen.
Kreuzkümmel ist das Charaktergewürz der indischen Küche, besonders im Süden und Sri Lanka (Ceylon). Die Früchte werden dort ungemahlen eingesetzt und zudem häufig vor der Verwendung trocken geröstet oder in Öl (oft zusammen mit Zwiebeln) gebraten.
Cumin spielt in der Küche Nord- und Osteuropas kaum eine Rolle, eine wichtige Rolle spielt der Kreuzkümmel dagegen in den Küchen des Mittelmeerraumes (insbesondere Nordafrika, Türkei, Griechenland) und des Nahen Ostens, in Bulgarien, im Iran, Indien und China. Auch in Brasilien und in einigen Gerichten der mexikanischen Küche wird kreuzkümmel eingesetzt.
In Bulgarien und der Türkei z.B. wird Kumin als Gewürz für Grillfleisch-Spezialitäten und Dauerwürsten wie Sucuk oder Pastirma (ein stark gewürztes gepresstes Rinder-Dörrfleisch) benutzt. Weitere typische Gerichte mit intensivem Kreuzkümmelaroma sind arabische Speisen wie Falafel und Hummus. Auch das indische Garam masala enthält immer Kreuzkümmel, ebenso auch Currypulver und handelsübliche Gewürzmischungen für Chili con Carne enthalten Kreuzkümmel. Kreuzkümmel wird besonders oft mit Koriander kombiniert. Auch bestimmte Sorten indischen Teegebäcks werden mit Kreuzkümmel zubereitet.
In Westeuropa verwendet man Kreuzkümmel nur noch in den Niederlanden, in Teilen Belgiens (Flandern) und in Frankreich als Käsegewürz. (Andere Bekannte Käsegewürzesind dort z.B. Schabziegerklee und normaler Kümmel). Ein aus Holland und Flandern stammende Kreuzkümmelkäse eine auch in Deutschland bekannte Käsespezialität.